Narrative des NSA-Skandals: “Geheimdienste filtern Unschuldige raus”

Neulich bei Jauch:
Eine illustre Runde (Hans-Christian Ströbele, Marina Weisband, der Snowden-Interviewer Hubert Seipel und John Kornblum) diskutiert das exklusive NDR-Interview mit Edward Snowden. Dabei auch Julian Reichelt (@jreichelt), der Chefredakteur von bild.de (Chefredakteur. Kein Scherz).
Eben dieser Herr Reichelt versucht sich um die angeknackste transatlantische Freundschaft verdient zu machen, indem er behauptet: Die Geheimdienste filtern Unschuldige raus.
Auch das ist kein Scherz.
Sondern ein großer stinkender Haufen Desinformation.

Aus zwei Gründen:
1.: Dieses Narrativ (lies: Lüge) widerspricht geheimdienstlicher Best Practice: Daten, die man hat, behält man. Man weiss ja nie, wann und wofür man sie mal wieder gebrauchen kann.
So arbeitete die Gestapo. Der KGB. Die Stasi. Nur die NSA nicht? Doch. Auch die NSA arbeitet so. Wer etwas anderes behauptet… siehe oben,
2.: Selbst wenn die Kommunikationsdaten von “Unschuldigen” herausgefiltert würden (auf der Basis von welchen Merkmalen?) bleibt die Erfassung der Daten illegal. Punkt. Die Rechte aller Überwachten (egal ob “schuldig” oder “unschuldig”) werden auf jeden Fall mit Füßen getreten. Ein glatter Rechtsbruch. Darüber geht Herr Reichelt stillschweigend hinweg.

Ekelhaft. Und ein schönes Beispiel, wie tief der “Journalismus” in de schon gesunken ist.
Wer hat nochmal darüber geschimpft, dass @ggreenwald Journalismus und Aktivismus vermischt? Bei Greenwald ist der Aktivismus wenigstens offensichtlich. Bei Herrn Reichelt kann man dagegen nur spekulieren, wer – außer Springer – ihm seine Donuts zahlt.

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