Archiv für den Monat: November 2013

Neues von den Prototypen: #GnuK und #NeuG verfügbar

Das Angebot aus http://practicalparanoid.de/moechte-jemand-meine-gnuk-prototypen-testen/ steht noch: Ich bastele gerade mit GnuK und NeuG und gebe gerne 2, 3 fertige Geräte in gute Hände zum Testen. Wer mag?

Meine Devices sind leider nicht ganz so schön wie die Originale von Gniibe aus Japan oder der
Crypto-Stick der GPF… aber dafür sind sie verfügbar :-)
Und sie (die Test-Exemplare) kosten nix ;-)

German Privacy Foundation löst sich auf. Einen Tag vor der ersten Snowden-Enthüllung

Manchmal ist das Leben schon schräg:
Auf einer außerordentliche Mitgliederversammlung am 5. Juni 2013 hat die “German Privacy Foundation” ihre Auflösung beschlossen.
Nie gehört? Siehe hier: http://www.privacyfoundation.de
Die GPF förderte seit 2007 u.a. die Entwicklung des Cryptostick und des TOR-Netzwerkes.
Und löste sich wegen mangelnden öffentlichen Interesses auf. Am 5. Juni 2013.

5. Juni 2013… Remember? Das war der letzte Tag, an dem “Die NSA hört uns doch alle ab” noch eine Verschwörungtheorie war: Am 6. Juni veröffentlichten Guardian und Washington Post den ersten Artikel über PRISM.
Isn’t it ironic…?

Möchte jemand meine #GnuK Prototypen testen?

Ich habe ein paar handgelötete GnuK Token gebaut.
GnuK?
GnuK ist eine quelloffene Crypto-Smartcard mit USB-Anschluss aus Japan (sozusagen Cryptostick homebrew). Crypto-Smartcard bedeutet, dass GnuK nicht nur den Private Key für GnuPG sicher speichert, sondern auch die Verschlüsselung von E-Mails übernimmt. Damit liegt der
Private Key (GnuK speichert bis zu 3 Private Keys) nie auf einem eventuell kompromittierten PC und kann also nie gestohlen werden… es sei denn, jemand stiehlt die physiche Crypto-Smartcard.
Sehr clevere Lösung!
Es soll ja Menschen geben, die Vorbehalte gegen USB-Devices aus meinen Händen haben… ich weiss gar nicht, warum :-) Für alle anderen gilt das Angebot: Wer weiss, was GnuPG und was eine
Smartcard ist, und Zeit und Lust hat, meine GnuK-Tokens zu testen: Bitte melden!

Mr. Hayden wurde abgehört (#haydenacela)

Wenn’s nicht so traurig wäre, könnte man herzhaft darüber lachen: Mr. Hayden wurde abgehört.

Nicht irgend ein Mr. Hayden, sondern der ehemalige NSA-Chef Michael Hayden:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/ex-nsa-chef-michael-hayden-wurde-im-zug-belauscht-a-929942.html
Da führt man im Zug ein paar vertrauliche Hintergrundgespräche, und ein linker Aktivist 3 Reihen weiter posaunt per Twitter halbverstandene Lügen in die Welt hinaus. Skandalös!

Ich hätte auch fast Mitleid mit dem armen Mr. Hayden, würde die Geschichte nicht so schön demonstrieren, was Überwachung bedeutet… was sie mit uns macht. Und was die Überwacher aus uns machen:
1.: Man fühlt sich unbeobachtet und sicher… ist es aber nicht. Mr. Hayden hat sich in diesem Zug sicher gefühlt… sonst hätte er keine vertraulichen Telefongespräche geführt. Tja… diese Sicherheit war eine Illusion. Ein böses Erwachen: Es wurden Dinge über ihn bekannt, die Mr. Hayden gerne
geheim gehalten hätte (neben den Inhalten der Gespräche auch die Tatsache, dass er es mit der Vertraulichkeit seiner Informationen nicht so genau nimmt. Und dass er gerne unter “früherer Regierungsvertreter” firmiert)
2.: Man verhält sich anders, wenn man beobachtet / überwacht wird: Mr. Hayden hätte sich sicher anders verhalten, wenn er gewusst hätte, dass jemand Interesse an ihm und seinen Telefonaten hat. Er hätte sich vielleicht auf die Toilette zurückgezogen. Oder gar nicht telefoniert.Oder er hätte manche Dinge anders formuliert oder gar verschwiegen.
“Es ist ein schleichendes Gift in den Köpfen, wenn die Bürgerinnen und Bürger bei jedem Telefonat fürchten müssen, dass der Große Bruder womöglich mithört.”… so nennt es die scheidende BMJ
Leutheusser-Schnarrenberger in der Passauer Neuen Presse (http://www.bmj.de/SharedDocs/Interviews/DE/Printmedien/20131026_USA_fehlt_Balance_von_Sicherheit_und_Freiheit.html)
3.: Ein Überwacher versteht Dinge falsch. Na sowas… eine Interessante Erkenntnis für einen ehemaligen Geheimdienstler. Natürlich verstehen Überwacher Dinge falsch – und bringen damit die Überwachten gerne mal in Teufels Küche. Siehe z.B. die Episode mit dem “schwarzen Beutel” in Anna Roth’s Resümee ihrer Erfahrung als Überwachte: http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/bitte-recht-freundlich
4.: Überwachungsergebnisse lassen alte “Erkenntnisse” im neuen Licht erscheinen: Mr. Hayden lässt sich hier als “früherer Regierungsvertreter” zitieren. Nach der Überwachung im Projekt #hadyenacela weiss jetzt ganz Washington, dass Mr. Hayden eine mögliche Quelle für manche vergangene Indiskretion unter “früherer Regierungsvertreter” in Frage kommt. Das könnte ihm unangenehme Fragen einbringen. Oder ihn zukünftig aus dem einen oder anderen Informationsfluss ausschließen.

Eine bittere Medizin, von der Mr. Hayden hier unfreiwillig kosten durfte. Seine eigene Medizin.
Hoffentlich nützt’s was: Gute Besserung, Mr. Hayden!